Das Prinzip der Destillation 

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch erhitzen aus einem Flüssigkeitsgemisch  getrennt. Bei der Erhitzung des Flüssigkeitsgemisches, kondensiert zuerst die Flüssigkeit mit dem niedrigeren Siedepunkt. Die verdampfte Flüssigkeit wird mit einem Kühlsystem aufgefangen und in flüssiger Form (auch Destillat genannt) gesammelt. 

Simpler Aufbau einer Destillation

Bei der Alkohol-Destillation gibt es oft das giftige neben-„Produkt“ Methanol (Siedetemperatur: 64,5°C), welches schon vor der Destillation des Alkohols (Siedetemperatur von Ethylalkohol: 75°C - Wasser: 100°C) kondensiert. Der Methanoldampf enthält aber aber oft noch einen gewissen Anteil an Wasser. Dies liegt zum einen daran, dass einige Methanolmoleküle beim Durchstoßen der Flüssigkeitsoberfläche Wassermoleküle mitreißen, zum anderen daran, dass bei jeder Flüssigkeit auch schon vor Erreichen des Siedepunktes etwas Flüssigkeit verdunstet und verdampft. Dieses Verdampfen nimmt mit steigender Temperatur zu und ist bei der Destillation ungewollt und hinderlich. Bei der Destillation von Wein findet man zum Beispiel in dem Auffangbehälter oft noch große Anteile von Wasser oder anderen Flüssigkeiten, deren Siedepunkt in der Nähe von 78°C liegt.  (siehe Versuch)

Beim Siedepunkt geht eine Flüssigkeit in den gasförmigen Zustand über, die flüssige und die gasförmige Phase stehen dann in einem thermodynamischen Gleichgewichtszustand. Da der Siedepunkt vom Außendruck abhängig ist, gelten die tabellarischen Werte für den Siedepunkt eines Stoffes bei einem Normaldruck von 1013mbar. Beim Erreichen des Siedepunktes unter Normalbedingungen entspricht der Dampfdruck einer Flüssigkeit dem äußeren Druck von 1013mbar.

                                                       

Siedepunkte Wasser/Meereshöhe

Beim Erwärmen einer Flüssigkeit wird die zugeführte Wärme zunächst zum Aufheizen der Flüssigkeit verwendet. Je mehr sich die Temperatur der Flüssigkeit dem Siedepunkt nähert, um so mehr wird die Wärme zum Verdampfen der Flüssigkeit verwendet. Beim Erreichen des Siedepunktes steigt die Temperatur für längere Zeit nicht mehr an, sie bleibt konstant. Die zugeführte Wärme dient dann nur noch dem Verdampfen der Flüssigkeit. An der konstant bleibenden Temperatur erkennt man das Erreichen des Siedepunktes.
 
Da der Siedepunkt eines Stoffes mit abnehmendem Druck (und daher auch bei zunehmender Höhenlage sinkt, vgl. Abbildung), werden Destillationen auch unter Vakuum durchgeführt. Die Abnahme des Druckes erniedrigt die Siedetemperatur, so dass weniger Energie beim Heizen aufgewendet werden muss.